Mittwoch – 2. September 2026
13. SONNTAG NACH TRINITATIS
Der barmherzige Samariter
Sext / Mittagsgebet


Du Grund der Welt, Du Lebensmacht,
Du Anfang, Mitte, letztes Ziel.
Was auch geschieht, Du setzt Dein Maß,
dass alles uns zum Besten dient.
Du bist der Halt im Strom der Zeit.
Gib unserm Leben Deinen Sinn.
Es kommt von Dir, geht hin zu Dir,
lass uns in Dir geborgen sein.
Lob sei Dir, Vater, und Dir, Sohn,
und Dir, dem schöpferischen Geist.
Schon jetzt sei mit uns auf dem Weg.
Vollende uns in Ewigkeit. Amen.


Psalm 145 B I
Treu ist der Herr in all Seinen Worten, *
gnädig in all Seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
alle, die gebeugt sind, richtet Er auf.
Aller Augen warten auf Dich, *
Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.
Du tust Deine Hand auf *
und sättigst alles, was lebt, mit Wohltat.


Der Herr ist nahe allen, die Ihn rufen, *
allen, die Ihn rufen in Treue.
Den Willen derer, die Ihn fürchten, tut Er, *
Er hört ihr Schreien und rettet sie.
Der Herr behütet alle, die Ihn lieben, *
alle Frevler aber vertilgt Er.
Mein Mund verkünde das Lob des Herrn! / Alles Fleisch preise Seinen heiligen Namen *
für immer und ewig. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Nikolaj Frederik Severin Grundtvig * 9.9.1783 † 2.9.1872
Nikolaj Frederik Severin Grundtvig, der jüngste Sohn eines Pfarrers, wurde 1783 in Udby geboren. Er studierte Theologie in Kopenhagen und wirkte anschließend als Privatlehrer in Langeland. Bei seiner Ordination 1810 wandte er sich gegen den herrschenden Rationalismus. Er war Hilfspfarrer in seinem Heimatort, bekam aber - vielleicht wegen seiner streng lutherischen und biblizistischen Lehre - nicht die Pfarrstelle. 1811 verlobte er sich, heiratete aber erst sieben Jahre später. Er ging 1813 nach Kopenhagen und verkündete Weihnachten 1815 von der Kanzel, nicht mehr zu predigen. Von 1816 bis 1819 gab er eine Monatsschrift heraus, deren Schwerpunkt in Theologie, Kunst und Poesie lagen. In dieser Zeit schrieb er auch zahlreiche Werke zu den Bereichen Kirche, Staat und Schule und veröffentlichte Gedichte. Ab 1821 war er für ein Jahr Pfarrer in Præstø, danach in Kopenhagen. Eine schwere Glaubenskrise die ihn auch psychisch sehr belastete, bestimmte Grundtvig, sich vehement für eine Erneuerung der Staatskirche einzusetzen. Seine Schrift „Erwiderung der Kirche”, die er 1826 in der Auseinandersetzung mit der rationalistischen Lehre schrieb, erlebte hohe Auflagen. Seine volkstümlichen Lieder wurden im Zuge dieser Auseinandersetzungen verboten. Grundtvig legte daraufhin 1826 sein Amt nieder und wurde bis 1837 unter Zensur gestellt. In dieser Zeit unernahm er mehrere vom dänischen König finanzierte Studienreisen nach England. Er wandte sich stärker der Aufklärung zu und richtete seine pädagogischen Leitlinien zunehmend am Humanismus aus. 1839 erhielt er eine Pfarrstelle an der Kopenhagener Hospitalkirche. Diese Stelle behielt er bis an sein Lebensende. Hier führten seine lebendigen Predigten und seine Betonung der Sakramente zu einem Neuaufbruch in der Kirche. Seine Lieder wurden vor allem durch die Absolventen der von ihm 1844 gegründeten Volkshochschulen in ganz Dänemark verbreitet. Nach der Märzrevolution 1840 betätigte er sich auch politisch. Er gehörte zu den wenigen Männern in Dänemark, die die aufblühende Frauenbewegung unterstützten. Auch setzte er sich erfolgreich für die Schulfreiheit ein. Zu seinem 80. Lebensjahr wurde ihm der Bischofstitel verliehen. Er hielt bis an sein Lebensende Gottesdienste und starb am 2. September 1872 über den Vorbereitungen für die Sonntagspredigt. Die Gründung der deutschen Volkshochschulen im Jahr 1902 geht auf das Vorbild Grundtvigs zurück. Heute sind mit seinem Namen europäische Projekte und Programme im Bildungsbereich verbunden.
Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen
meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt 25,40)
Lasst euch vom Geist erfüllen. Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. (Eph 5,18b-20)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Wir loben Dich, Herr, und beten Dich an: Du bist die Liebe und trägst uns alle mit Deinem Erbarmen. Du hast uns berufen, Boten Deiner Liebe zu sein. Wir danken Dir für die Menschen, die Du uns zu Nächsten machst. Wir danken Dir für die Menschen, die Du uns anvertraut hast. Erhalte uns in ihrer Gemeinschaft, mache uns treu in unserem Dienst. Lass uns wach bleiben in der Liebe; hilf uns, dass wir die Leiden unserer Schwestern und Brüder erkennen; behüte uns vor der Kälte und Trägheit des Herzens, die Dein Erbarmen verleugnen. Du hast nicht Lust am Tode des Sünders. Du gibst Leben und rettest, was sterben will; mache uns zu Zeugen Deiner Barmherzigkeit. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
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