Freitag – 29. August 2025

ENTHAUPTUNG JOHANNES DES TÄUFERS

Vorläufer des Herrn
Sext / Mittagsgebet
INGRESSUS
Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
HYMNUS
Noten

Christus, dem Retter, geht voran der Bote.
Was Gott ersehen, wird Johannes künden.
Ruft er zur Buße, sagt zugleich sein Name:
„Gott ist uns gnädig.”

Wüste und Jordan weisen auf den Anfang.
Ein Gottgeweihter - Stimme wird sein Leben -
predigt das Ende, dass die Sünder fragen:
„Was kann uns retten?”

Wie einst Elia klagt er Gottes Recht ein;
fordert er Umkehr von verkehrten Wegen.
Doch seine Taufe kündet den Bekennern:
„Gott wird vergeben.”

Hier ist der Rufer, hier der Wegbereiter;
hier eine Fackel, nicht das wahre Licht schon.
Denn auf den Größren zeigt sein langer Finger:
„Seht das Lamm Gottes.”

Ehre und Dank sei Gott von Ewigkeiten.
Ehre dem Christus, Gottes Lamm auf Erden.
Ehre dem Geiste, Gott, der Menschen wandelt.
Ehre auf immer. Amen.
PSALMGEBET
Festpsalm
Antiphon


Psalmton-Noten


Psalm 116 B II
Ich habe geglaubt, /
so kann ich jetzt sagen: *
„Ich wurde sehr erniedrigt!”
In meiner Bestürzung sagte ich: *
„Alle Menschen sind Lügner.”
Wie soll ich dem Herrn vergelten, *
was Er an mir Gutes getan?
Erheben will ich den Kelch des Heiles, *
anrufen den Namen des Herrn,
meine Gelübde dem Herrn erfüllen, *
offen vor Seinem ganzen Volk.
Teuer ist in den Augen des Herrn *
Seiner Getreuen Sterben.
Ach, Herr, ich bin Dein Knecht, /
bin Dein Knecht, Sohn Deiner Magd *
Du hast meine Fesseln gelöst.
Dir will ich Dankopfer bringen, *
anrufen den Namen des Herrn,
meine Gelübde dem Herrn erfüllen *
offen vor Deinem ganzen Volk
in den Vorhöfen am Hause des Herrn, *
mitten in dir Jerusalem. +
Antiphon


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Antiphon



VITA
Enthauptung Johannes des Täufers
[Wenn der 29. August auf einen Sonntag fällt, wird der Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers nicht am Sonntag, sondern an einem Tag der Woche begangen.]


Matthäus (Mt 14,1-12) und Markus (Mk 6,14-29) berichten uns den Märtyrertod des Vorläufers und Propheten Johannes, der von Herodes Antipas ermordet wurde. Herodes Antipas war der Sohn Herodes des Großen (Unschuldige Kinder) und regierte von 4. v.Chr. bis 39 n. Chr. in Galiläa und Peräa. Er ließ Johannes den Täufer auf Wunsch seiner Frau (Herodias) gefangen setzen und suchte ihn immer wieder auf, wohl um von ihm eine Rechtfertigung oder Absolution für sein eigenes Vergehen zu erhalten. An seinem Geburtstag versprach er seiner Stieftochter, ihr jeden Wunsch zu erfüllen, worauf diese sich das Haupt Johannes des Täufers erbat. Widerwillig erfüllte er ihr den Wunsch und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Die Stieftochter übergab das Haupt des Täufers ihrer Mutter.
Nach der Legende haben Schüler des Johannes den kopflosen Leichnam in Sebaste, wo die Enthauptung erfolgte, beerdigt. Herodes habe das abgeschlagene Haupt an einem unreinen Ort vergraben. Johanna, die Ehefrau Chuzas, des Verwalters des Herodes, soll das Haupt ausgegraben und auf dem Ölberg beerdigt haben. Dort wurde es später aufgefunden. Heute nehmen acht Kirchen für sich in Anspruch, die Kopfreliquie zu besitzen, nach orthodoxer Überlieferung kam das Haupt von Konstantinopel nach Amiens, wo es die Französische Revolution überdauerte.
In der orthodoxen Kirche ist der 29. August ein strenger Fastentag. Seit dem Krieg zwischen Russen, Türken und Polen 1769 wird an diesem Tage auch der gefallenen Soldaten gedacht.



Martin Boos   * 25.12.1762   † 29.8.1825
Martin Boos wurde im Allgäu als Sohn eines wohlhabenden Bauers geboren. Er hatte 15 Geschwister. Als die Eltern 1766 starben, wurde er in die Obhut eines Onkels in Augsburg gegeben. Er studierte an der Universität Dillingen Theologie und wurde anschließend Kaplan. In Wiggensbach kam es aufgrund seiner Predigt zur Allgäuer Erweckung, denn für ihn galt der Grundsatz: Christus für uns und in uns. Nachdem er im Ablassjahr 1795 seinen Gemeindegliedern die Gnade Gottes als den einzigen Weg zur Erlösung von aller Schuld gepredigt hatte, wurde er wegen Ketzerei angeklagt. Ein Teil seiner Gemeinde stand hinter ihm, ein anderer Teil verlangte seine Verurteilung. Er wurde aus dem Gefängnis befreit und floh unter dem Decknamen Zobo, den er auch später gelegentlich verwendete, nach Linz. Dort kam es 1810 zu einer Erweckung. Aber auch hier wurde er wegen Ketzerei angeklagt und ins Gefängnis geworfen. Aufgrund seines Wirkens und der Verfolgung entstand in Gallneukirchen eine protestantische Gemeinde. Nachdem das Verfahren gegen ihn wegen Mangels an Beweisen eingestellt wurde, kehrte er nach Bayern zurück. Der römischen Kirche den Rücken kehren wollte er nicht - er sah sie trotz allem als seine Mutter und Bewahrerin der Lehre Christi an. 1817 wurde er Lehrer am Gymnasium Düsseldorf, doch erfüllte ihn dieses Amt nicht, so dass er ab 1819 den Pfarrdienst in Seyn bei Deutz übernahm. Dort wurde er nach seinem Tod am 29. August 1825 begraben. Einer seiner letzten Briefe fordert einen Freund auf, der Welt zu sagen, dass der Gerechte aus dem Glauben lebe und nicht durch sich selbst gerecht werden könne.
KURZLESUNG
Wochenspruch:
Der Tod Seiner Heiligen wiegt schwer
vor dem Herrn. Dir will ich
Dank opfern und des Herrn Namen anrufen. (Ps 116,15.17)


Lesung:
Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch Seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat Ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte Er uns mit Ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Röm 8,31b-35.37-39)
RESPONSORIUM
Responsorium
GEBET
KYRIE - VATERUNSER
Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
FRIEDENSBITTEN
Noten

Führe uns vom Zweifel zur Hoffnung
von der Angst zum Vertrauen
Führe uns vom Hass zur Liebe
vom Krieg zum Frieden
Lass Frieden erfüllen unser Herz
unsre Welt und das All.

FRIEDENSKOLLEKTE
Jesus Christus, Du Heiland der Welt. Johannes hat Gottes Namen vor den Mächtigen bekannt und ist nicht von der Wahrheit gewichen. Wir bitten Dich: Gewähre uns, dass wir, durch sein Beispiel gestärkt, Dich allezeit bekennen und den Hass der Menschen nicht fürchten, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Verleih uns Frieden gnädiglich
Noten

SEGEN
Gott schenke uns Frieden
und ewiges Leben
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Vesper

Anregungen, Fehler bitte an Martin(Punkt)Senftleben(at)michaelsbruderschaft(Punkt)de

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