Freitag – 3. Juli 2026
4. SONNTAG NACH TRINITATIS
Die Gemeinde der Sünder
Sext / Mittagsgebet


Der Tag strebt seiner Höhe zu,
der Mittag ruft uns zum Gebet:
wir loben Gott und bitten Ihn
um Segen für den heil'gen Dienst.
Es leuchtet uns die Stunde auf,
da Jesus Christus, Gottes Sohn,
als Opferlamm am Kreuz erhöht,
zu unserm Heil sich dargebracht.
O wahre Sonne dieser Welt,
vor Dir verblasst des Mittags Schein;
die Schöpfung ist durch Dich erlöst
und strahlt verklärt in Deinem Licht.
Den ew'gen Vater preisen wir
und Jesus Christus, Seinen Sohn,
den Beistand auch, den Heil'gen Geist,
der uns erleuchtet, stärkt und führt. Amen.


Psalm 13 IV
Wie lange noch willst Du mich vergessen, Herr? *
wie lange noch verbirgst Du Dein Antlitz vor mir?
Wie lange noch muss ich mich sorgen in meiner Seele, / Kummer tragen in meinem Herzen Tag für Tag, *
wie lange noch erhebt sich über mich mein Feind?
Schau her, gib mir Antwort, Herr, mein Gott, *
erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tod entschlafe!
Dass mein Feind nicht sage: / „Ich hab ihn überwältigt”, *
meine Gegner sich nicht freuen, dass ich wanke.
Ich aber traue auf Deine Gnade, *
mein Herz freut sich Deiner Hilfe.
Dem Herrn will ich singen, *
denn Er hat mir Gutes getan! +


Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Apostel Thomas (vorzugsweise am 21. Dezember)
Thomas - das hebräische Wort für Zwilling (vgl. Joh. 11, 16) - wird in allen Apostellisten genannt. Trotzdem er als „Zweifler” erinnert wird, war er bereit, mit Jesus in den Tod zu gehen, indem er sagte: „Lasst uns mit ihm gehen, daß wir mit ihm sterben!” (Joh 11,16) Denn kurz zuvor waren sie in Jerusalem gewesen und hatten die Feindseligkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten wahrgenommen. Wenig später zeigt er, wie wenig er die Bildsprache Jesu nachvollziehen kann, indem er fragt: „Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?” Darauf erhält er und alle Jünger die Antwort Jesu: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.” (Joh 14,5f)
Die Geschichte des „ungläubigen Thomas” bildet den ursprünglichen Schluss des Johannes-Evangeliums. Diese Erzählung war wohl so wirkungsvoll, dass sie ein zweites Mal in die Berichte zum Heimgang Mariens übernommen wurde. Die weitere Überlieferung ist uneinheitlich. Wohl wegen seines Namens bezeichnen die apokryphen Thomasakten den Apostel als Zwillingsbruder Jesu. Auch soll Thomas nach dem von Eusebius bezeugten Briefwechsel Jesu mit Abgar von Edessa geheime Offenbarungen von Jesus erhalten haben. Thomas soll dann auch selber nach Edessa gekommen sein und hier die Kirche gegründet haben. Diese Überlieferung ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Reliquien des Apostels im 3. Jahrhundert nach Edessa kamen. Die Überführung nach Edessa wurde am 3. Juli gefeiert. Später gelangten die Gebeine nach Chios und dann nach Ortona in Mittelitalien, wo sie noch heute verehrt werden. Wahrscheinlicher sind die Berichte, dass Thomas bei den Parthern missioniert hat, wie schon Origines berichtet und dann nach Indien gezogen ist. Hier bekehrte er König Gundahar, gründete eine Kirche und starb den Märtyrertod. Als Todesort wird der Thomasberg bei Madras verehrt. Die Tradition der Thomaschristen in Südwestindien über die Tätigkeit und das Martyrium des Apostels ist jedenfalls sehr alt. Der Festtag des Apostels lag am 21. Dezember, der längsten Nacht des Jahres (so wie Thomas am längsten zweifelte, also in der Dunkelheit blieb). Zahlreiche alte Volksbräuche wurden in der Thomasnacht begangen. Thomas soll auch die Weisen aus dem Morgenland getauft haben. Ursprünglich wohl auch zur Aufwertung der Weihnachtszeit auf den 21. Dezember gelegt, wurde sein Fest wegen der Nähe zu Weihnachten in der römisch-katholischen Kirche 1969 auf den 3. Juli verlegt. Auch in den anglikanischen und protestantischen Kirchen kann der Gedenktag an diesem Datum begangen werden.
Aonio Paleario * um 1500 † 3.7.1570
Aonio Paleario wurde um 1500 in Norditalien geboren und arbeitete in Cecignano bei Siena als Privatlehrer. Aufgrund einer päpstlichen Bulle von 1542 wurden in Italien Glaubensgerichte zur Verfolgung reformatorischer Bestrebungen eingerichtet. 1543 wurde Aonio Paleario vor einem Glaubensgericht angeklagt. Er konnte sich aber überzeugend verteidigen und wurde freigesprochen. Dann begann er reformatorische Schriften zu verfassen und zu verbreiten. 1555 wurde er Professor in Mailand und umgehend angeklagt, da eines seiner Bücher verboten war und er damit keine Erlaubnis zur öffentlichen Lehre mehr hatte. Paleario wurde 1560 wiederum freigesprochen und verfasste eine Denkschrift für das Konzil in Trient. Abschriften der Denkschrift sandte er nach Augsburg und Basel. Nunmehr wurde er erneut verhaftet und angeklagt, mit der Lehre von der Rechtfertigung aus Gnaden das Fegefeuer zu leugnen und das Mönchswesen herabzusetzen. Er wurde am 2. Mai 1568 nach Rom gebracht und dort drei Jahre gefangengehalten, blieb aber in allen Verhören standhaft. Er wurde am 3. Juli 1570 als reueloster Ketzer erhängt und sein Leichnam verbrannt.
Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal 6,2)
Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl Er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und Sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. (Hebr 12,1b-2)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Ehre sei Dir, Herr, und Lob und Dank; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst. Wir bitten Dich: Lehre uns Deinen Prüfungen stille halten; lehre uns an Deiner Liebe nie irre werden; lehre uns verstehen, was zu unserem Frieden dient. Lass uns wachsen und reifen in Deiner Erkenntnis; lass uns hören, wenn Du mit uns redest; lass uns in allem Leid Deine Hand festhalten. Herr, hilf uns, dass wir uns Deinem Willen völlig beugen; Herr, hilf uns, dass wir uns Deinem Willen dankbar beugen; Herr, hilf uns, dass wir Dich auch in Trübsal und Not preisen. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
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