Mittwoch – 27. Mai 2026
PFINGSTEN
Die Kirche des Geistes
Sext / Mittagsgebet
Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Komm, Heil'ger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit Deiner Kraft!
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
nun hauch uns Gottes Odem ein.
Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt:
aus Dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.
Dich sendet Gottes Allmacht aus
im Feuer und in Sturmes Braus:
Du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.
Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in Deiner Kraft das Gute tut.
Die Macht des Bösen banne weit,
schenk Deinen Frieden allezeit;
erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.
Lass gläubig uns den Vater sehn,
Sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und Dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.
Den Vater auf dem ew'gen Thron
und seinen auferstandnen Sohn,
Dich, Odem Gottes, Heil'gen Geist,
auf ewig Erd und Himmel preist. Amen.


Psalm 145 B I
Treu ist der Herr in all Seinen Worten, *
gnädig in all Seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
alle, die gebeugt sind, richtet Er auf.
Aller Augen warten auf Dich, *
Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.
Du tust Deine Hand auf *
und sättigst alles, was lebt, mit Wohltat.


Der Herr ist nahe allen, die Ihn rufen, *
allen, die Ihn rufen in Treue.
Den Willen derer, die Ihn fürchten, tut Er, *
Er hört ihr Schreien und rettet sie.
Der Herr behütet alle, die Ihn lieben, *
alle Frevler aber vertilgt Er.
Mein Mund verkünde das Lob des Herrn! / Alles Fleisch preise Seinen heiligen Namen *
für immer und ewig. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Johannes Calvin * 10.7.1509 † 27.5.1564
Jean Cauvin wurde 1509 in Noyon geboren. Sein Vater war Generalprokurator des Bischofs. So konnte Jean die Lateinschule besuchen und war mit den Kindern der adeligen Familie des Bischofs befreundet. Er erhielt 1521 eine eignen Pfründe und studierte in Paris. Auf Wunsch seines Vaters, der sich mit dem Bischof überworfen hatte, studierte er in Orleans Jura, ging aber nach dem Tod seines Vaters 1531 nach Paris zurück. Sein Vermieter war heimlicher Lutheraner und in seinem Haus fanden Versammlungen statt, an denen Calvin teilnahm. Als er 1533 mit seinem Freund Nikolaus Kop öffentlich Luthers Lehre verkündete, musste er fliehen. Er konnte sich einer Verhaftung nur knapp entziehen. Er musste in den folgenden Jahren immer wieder fliehen, unternahm aber auch Reisen in die Schweiz und nach Italien. 1536 wurde er auf der Durchreise in Genf von dem Prediger Farel geradezu gewaltsam festgehalten und überzeugt, in Genf für die Reformation zu arbeiten. Calvin erarbeitete eine strenge Gemeindeordnung (Kirchenzucht), die auf heftigen Widerstand stieß. 1538 wurden er und Farel abgesetzt und aus Genf verwiesen. 1541 wurde er zurückgeholt, seine Arbeit wurde erst nach jahrelangen Bemühungen allgemein anerkannt. Die von ihm gegründete Genfer Akademie wurde zur Hochschule des Calvinismus, der sich vor allem in Frankreich, Holland, Schottland und Nordamerika ausbreiten konnte. Calvins übermäßiger Arbeitseinsatz zerstörte seine Gesundheit. Nach jahrelanger Krankheit und langem Todeskampf starb er am 27. Mai 1564 in Genf.
Paul Gerhardt * 12.3.1607 † 27.5.1676
Paul Gerhardt wurde am 22. März 1607 in Gräfenheinichen geboren. Sein Vater war Gastwirt, der die Tochter des Eilinger Superintendenten Caspar Starcke geheiratet hatte. In der Stadtschule erlernte Paul Gerhardt die lateinische Sprache und schloss sich dem dortigen Chor an, wodurch er eine musikalische Bildung erhielt. Als er 12 Jahre alt war, starb sein Vater, und zwei Jahre später starb seine Mutter. Ab April 1622 besuchte er die Fürstenschule St. Augustin in Grimma, woran sich das Universitätsstudium ab 1627 in Wittenberg anschloss. Er studierte Theologie und Philosophie und vertiefte seine bereits als Kind erworbene Kenntnis der lutherischen Theologie, wobei er zur lutherischen Orthodoxie neigte. Als Hauslehrer verdiente er das Geld zur Finanzierung des Studiums. 1643 wandte sich Paul Gerhardt nach Berlin, das damals weniger als 10.000 Einwohner hatte. Die Erfahrungen, die er im Umfeld des Dreißigjährigen Krieges machte, fanden Widerhall in den Liedern, die er nun zu dichten begann. Ab 1657 war er Pfarrer an der St. Nicolai-Kirche, wo er mit dem Kantor Johann Crüger wirkte. Das Crüger'sche Gesangbuch „Praxis Pietatis Melica” aus dem Jahr 1647 enthielt bereits 18 Lieder Paul Gerhardts, die fünfte Auflage aus dem Jahr 1653 enthielt 82 Lieder von ihm. Am 30. November 1651 trat Paul Gerhardt die Pfarrstelle St. Moritz in Mittenwalde an. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Lieder, u.a. „O Haupt voll Blut und Wunden”. 1655 heiratete er Anna Maria Berthold. Das erste Kind, Maria Elisabeth, starb im Alter von 6 Monaten. Von den weiteren vier Kindern starben drei im jungen Alter. Im Mai 1657 wurde er zum Diakon an der Nikolaikirche in Berlin gewählt und trat die Stelle zwei Monate später an. Kurfürst Friedrich Wilhelm versuchte eine Versöhnung der lutherischen und der reformierten Konfession, das dazu eingerichtete Gesprächsgremium, an dem Paul Gerhardt beteiligt war, brach die Verhandlungen aber nach 17 Sitzungen ergebnislos ab. Das Toleranzedikt vom 16. September 1664 stellte alle lutherischen Pfarrer in Gewissensnot. Wer das Toleranzedikt nicht unterschrieb, wurde vom Kurfürsten aus dem Pfarrdienst entlassen. Da Paul Gerhardt im Januar 1666 seine Unterschrift verweigerte, ereilte auch ihn dieses Schicksal. Ein Jahr später wollte der Kurfürst ihn wieder einsetzen, doch Paul Gerhardt verzichtete und nahm 1668 eine Pfarrstelle in Lübben an, auf die er sich beworben hatte. Er wurde Archidiakon der dortigen Nicolai-Kirche. Erst im Juni 1669 konnte Gerhardt die Pfarrstelle antreten. Er starb am 27. Mai 1676 und wurde in der Nicolai-Kirche, die 1930 in Paul-Gerhardt-Kirche umbenannt wurde, beigesetzt. 26 seiner Lieder finden sich im Evangelischen Gesangbuch.
Es soll nicht durch Heer oder Kraft,
sondern durch meinen Geist geschehen,
spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4,6)
zum Tag des Johannes Calvin:
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in Ihm hat Er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor Ihm sein sollten in der Liebe; Er hat uns dazu vorherbestimmt, Seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen Seines Willens, zum Lob Seiner herrlichen Gnade, mit der Er uns begnadet hat in dem Geliebten. In Ihm haben wir die Erlösung durch Sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum Seiner Gnade. (Eph 1,3-7)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Wir loben Dich, Herr, und beten Dich an: Du bist die Liebe und trägst uns alle mit Deinem Erbarmen. Du hast uns berufen, Boten Deiner Liebe zu sein. Wir danken Dir für die Menschen, die Du uns zu Nächsten machst. Wir danken Dir für die Menschen, die Du uns anvertraut hast. Erhalte uns in ihrer Gemeinschaft, mache uns treu in unserem Dienst. Lass uns wach bleiben in der Liebe; hilf uns, dass wir die Leiden unserer Schwestern und Brüder erkennen; behüte uns vor der Kälte und Trägheit des Herzens, die Dein Erbarmen verleugnen. Du hast nicht Lust am Tode des Sünders. Du gibst Leben und rettest, was sterben will; mache uns zu Zeugen Deiner Barmherzigkeit. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
Anregungen, Fehler bitte an Martin(Punkt)Senftleben(at)michaelsbruderschaft(Punkt)de
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